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Literatur und persönliche Erfahrungen

Du willst nichts lesen? Ok. Klar, du kannst andere Mütter fragen. Und mit Sicherheit weiß jede die du fragen wirst auch auf alles was zu sagen. Doch am Ende besteht die Möglichkeit, dass du genauso viele Meinungen und entgegengesetzte Ratschläge hast, als hättest du zehn verschiedene Ratgeber und Websides durchstöbert. Schlauer bist du dann nur manchmal und unsicherer auf jeden Fall. Denn schlussendlich musst du tun was für dich und dein Kind richtig und passend ist. Ganz auf Literatur und persönliche Erfahrungen zu versichten hingegen wäre so als würdest du das Rad neu erfinden wollen.

Es ist doch so: Fragst du Mütter der älteren Generationen, gar deine eigene Mutter oder Großmutter, bekommst du Anworten, die leider meistens nicht mehr so viel mit der aktuellen Realität und Gesellschaft zu tun haben. Und nur weil aus ihren Kindern ja auch was geworden ist, heißt das nicht, dass ihr Verhalten und ihre Methoden die einze Lösung ist und war. Die Welt hat sich weitergedreht, die Forschung neue Erkenntnisse gebracht, pädagogische Konzepte sind über den Haufen geworfen worden, und es gibt neue Modeerscheinungen.

Fragst du Mütter unserer Generation, bekommst du dann eine ungefähre Vorstellung was heute so aktuell ist. Und in deinem Kopf bilden sich Sätze mit großer Bandbreite von "Oh mein Gott" über "Ist ja interessant" und "und das soll funktionieren?" bis zu "das klingt plausibel und machbar". Und was jetzt? Du fängst an und probierst, revidierst, fluchst, hälst dich für unzulänglich und inkonsequent und plötzlich wird dir klar warum du dich als Erstgeborene immer wie das Versuchskaninchen gefühlt hast. 

Die dritte Kategorie sind Menschen ohne Kinder, und die wissen in den meisten Fällen immer einen Rat. Es tut mir Leid, das du momentan noch zu dieser Gruppe gehörst, aber... Ich weiß das diese "Nicht-Eltern" es meistens sehr gut meinen, aber im Grunde haben sie nichts Neues zu erzählen als vielseitige Variationen der Ratschäge und Meinungen, die du schon gehört hast. Das fatale dabei ist, dass ihre "Erfahrungen" meistens die anderer Eltern sind. Es ist eine Sache gehört zu haben wie es ist, wenn das Baby/Kind nicht schlafen will, eine andere Nacht für Nacht nicht sicher zu sein was man dagegen tun will und kann (oder sicher zu sein und ständig dabei an seine Grenzen zu kommen). Es fehlt das eigene Gefühl für solcherlei Situationen und Schwierigkeiten. Und hey, das ist auch gut so. Es reicht vollkommen, wenn sich Eltern die Nächte um die Ohren schlagen, das müssen ja nicht alle tun die sie kennen.

Aber wo zum Geier findet man dann Ratschäge die einem ernsthaft helfen? Eine verlässliche Quelle? Vermutlich gibt es sie nicht. Sich jedoch nur auf die aus persönlicher Erfahrung resultierenden Weisheit anderer zu stützen halte ich für fatal. Und ich glaube das Literatur da ab und zu sehr hilfreich sein kann, sofern sie mit Bedacht gewählt wurde.

Und letzlich geht es doch darum sich selbst im Spiegel sehen zu können, und weniger darum wie andere einen sehen. Oder?

30.9.15 22:17
 


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